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    • Der aktuelle Stand von klinischen Biomarkern für den Verlauf diabetischer Nierenerkrankungen


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      Veröffentlicht am 31. August 2017, 3:41 a. m.

      Von den 422 Millionen Menschen weltweit mit Diabetes vom Typ 1 und 2, werden 20 bis 30% diabetische Nephropathie, auch diabetische Nierenerkrankung genannt, entwickeln. In der westlichen Welt1 ist sie der Hauptgrund für Nierenversagen.

      Aus Sicht der Wirkstoffentwickler hängen Tests neuer Therapien zur Vorbeugung, Behandlung oder Umkehrung ernstzunehmender Komplikationen von Biomarkern ab, damit die Patienten schnell und genau identifiziert und Sicherheitsüberprüfungen wirksam durchgeführt werden können.

      Jennifer Ennis, MD, medizinische Leiterin von LabCorp, und D. Walt Chandler, PhD, Executive Director von LabCorp, haben kürzlich ihre Gedanken zur Nutzung von Biomarkern zur Erkennung und Überwachung von diabetischen Nierenerkrankungen veröffentlicht.

      Die Bedeutung der frühzeitigen Erkennung

      Die frühzeitige Erkennung von Nierenerkrankungen ist zur Vermeidung oder Verzögerung des weiteren Krankheitsverlaufs unerlässlich. Diabetespatienten werden normalerweise auf Albuminurie getestet, die Konzentration eines kleines Bluteiweißes namens Albumin (oder Mikroalbumin) im Urin2.

      „Die Bestimmung von Albumin im Urin ist Therapiestandard und wird zur Überwachung in den Richtlinien der American Diabetes Association empfohlen“, erklärte Ennis. „Albuminurie ist ein früher Marker von Leberschäden. Im Wesentlichen sind die als Glomeruli bekannten Blutfiltereinheiten verletzt, wodurch Albumin in den Urin gelangt. Es handelt sich auch um einen wichtigen Indikator für den Verlauf der Nierenerkrankung.“

      Die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) ist eine weitere übliche Messmethode zur Beurteilung der Nierenerkrankung. Durch die Messung des Abfallprodukts Kreatinin im Blut, und unter Berücksichtigung von Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht des Patienten, kann die Nierenfunktion bestimmt werden. Tatsächlich wird die eGFR von den meisten großen Laboren heute zusammen mit dem Serumkreatinin-Wert routinemäßig gemeldet. Der eGFR-Wert eines Patienten sinkt normalerweise bei fortschreitender Nierenerkrankung und kann zur Beurteilung des Krankheitsstadiums verwendet werden.

      „Der Vorteil der frühzeitigen Erkennung einer Erkrankung ist, dass medizinische Mittel verfügbar sind, durch die schwere Nierenerkrankungen, bei denen eine Dialyse erforderlich ist, vermieden werden können oder der Krankheitsverlauf verlangsamt werden kann“, sagte Chandler.

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      Nierenfunktion

      Untersuchung alternativer Biomarker

      Da eine Niereninsuffizienz bereits beginnen kann, bevor Albumin nachgewiesen werden kann, „besteht ein großes Interesse an der Bestimmung eines Biomarker im Urin, der Nierenschäden in frühen Stadien erkennt“, erklärte Ennis. „Forscher untersuchen verschiedene Biomarkerarten, wie Marker für Schäden, Entzündungen und oxidativen Stress.“

      Zu den interessanten Markern gehören KIM-1, NGAL, Beta 2-Mikroglobulin und L-FABP, die die tubuläre Schädigung anzeigen, im Gegensatz zu Albumin im Urin, das ein Marker für glomeruläre Schädigungen ist. Andere Marker für glomeruläre Schädigungen, wie Adiponektin, Caeruloplasmin und Laminin, wurden ebenfalls beurteilt, jedoch konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie der Albuminurie überlegen sind.

      Cystatin C ist ein alternativer glomerulärer Filtrationsmarker zu Kreatinin, der zur Bestimmung der GFR verwendet werden kann und weniger von der Muskelmasse beeinflusst wird und somit bei einigen Patienten, wie adipösen, mangelernährten und älteren Patienten sowie diejenigen mit großer Muskelmasse, einige Vorteile gegenüber Serumkreatinin aufweist3.

      „Cystatin C hat bei einigen Patienten zudem einen prognostischen Nutzen, da erhöhte Werte eine Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Mortalität vorhergesagt haben. Trotzdem bleibt Serumkreatinin bis heute noch immer der am häufigsten verwendete Filtrationsmarker“, sagte Ennis.

      „Viele interessante Marker haben eine Verbindung mit der Entwicklung von DKD gezeigt, es gibt jedoch keinen einzigen Biomarker, der besser ist als die derzeit in der klinischen Praxis verwendeten Biomarker“, fügte Chandler hinzu.

      Einige stellen jedoch die Prognosefähigkeit derzeitiger Tests in Frage, bemerkte er. „Die heutigen Tests werden weithin anerkannt und sind einfach durchzuführen. Natürlich wäre es großartig, ein hochmodernes Panel mit sechs Biomarkern zur Verfügung zu haben. Wenn es jedoch nur minimal besser als derzeitige Tests funktioniert, kann die Einführung schwierig werden.“

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      Fokus auf die Zukunft

      Während es derzeit keine neuen Biomarker gibt, die in der klinischen Praxis eine überragende Zuverlässigkeit gezeigt haben, geht die Forschung weiter und konzentriert sich auf die Bestimmung von Behandlungen, die Auswirkungen auf die Erkrankung haben können.

      „Uns stehen nicht sehr viele Therapien zur Verfügung, die primär auf die Behandlung von DKD abzielen – eine fortschreitende Erkrankung, bei der letztendlich die Dialyse und Transplantation notwendig sind. Aus diesem Grund liegt heutzutage ein großer Fokus auf DKD-Studien“, sagte Ennis.


      1 WHO Fact Sheet. http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs312/en/

      2 Klein, J. (2012) Biomarkers That Predict Diabetic Nephropathy: The Long Road From Finding Targets to Clinical Use. Diabetes 2012 Dez.; 61(12): 3072-3073.

      3 Shlipak, M. G., et al. (2013). Update on Cystatin C: Incorporation Into Clinical Practice. American Journal of Kidney Diseases 62(3), 595-603. http://doi.org/10,11/j.ajkd.2.013,03.


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